
Locken sind ein sehr spannendes Thema unseres Berufes. Wer sie hat, möchte seine Haare lieber glätten. Wer sie nicht hat, föhnt sich Locken oder greift auf eine Dauerwelle zurück. Ausgrabungen bestätigen, dass bereits die alten Ägypter und Römer ihre Haare mit tönernen Lockenwicklern umformten. Und wer kennt nicht die schönen Worte „Verlockung“, „Anlocken“ etc.
Wie entstehen Locken ?
Locken sind auch in der Wissenschaft umstritten. Sicher ist, dass Locken vererbt werden. Also genetischen Ursprungs sind. Aber noch heute wird geforscht, wie sie genau entstehen. Hier gibt es unterschiedliche Theorien. Die einen meinen, dass Locken durch den Winkel der Haarwurzel zur Kopfhaut entstehen. Andere Theorien besagen, dass es darauf ankommt, ob die Haarwurzel eher rund oder oval geformt ist. Eine neuseeländische Studie von 2018 kommt zum Schluss, dass es vor allem auf den Abstand zwischen zwei Zellen in der hornigen Haaraussenschicht ankommt. Dieser Abstand wird zwar von der Haarwurzel vorgegeben, aber zusätzlich durch chemische Einflüsse beeinflusst. Wir haben auch Kunden, die nach einer Chemotherapie plötzlich Locken hatten oder bei denen die Hormonumstellung in den Wechseljahren entsprechend wirkte.
Pflege von Locken
Locken haben viele Vorteile. Sie sehen gut aus. Sie sind pflegeleicht, die Frisur sitzt praktisch immer, und wenn nicht, dann sieht sie auch zerzaust ganz gut aus. Lockenköpfe geben Volumen und decken allenfalls etwas lichtere Stellen prima ab. Sie trocknen nach dem Waschen rascher. Bei der Haarpflege sollten jedoch ein paar Punkte beachtet werden. Lockiges Haar trocknet schneller aus, als gerades. Das liegt am Abstand zur Kopfhaut und der dadurch etwas schlechteren Talgversorgung. Also bitte regelmässig eine Feuchtigkeit spendende Pflege verwenden. Nach dem Waschen sollte man die Lockenpracht nur vorsichtig mit dem Handtuch trockentupfen und nicht rubbeln. Auch föhnen sollte man Haarlocken nur leicht, damit die Hitzebelastung möglichst gering bleibt. Danach mit einem groben Kamm oder gleich mit den Fingern zurecht ordnen. Bürsten oder feine Kämme trennen gelockte Haarbüschel und belasten die Haarstruktur unnötig. Schneiden sollte man Locken immer mit einem sogenannten Trockenhaarschnitt. Also vor dem Waschen. Nur so sieht man, wie die Haare wirklich fallen. Im Nassen Zustand sind sie glatt und was da gerade ist, sieht trocken gerne schief aus. Wer gerne eine Zeit lang auf seine Locken verzichtet, kann dies mit guten Streckeisen (guter Hitzeschutz nicht vergessen) oder chemisch beim Coiffure erreichen. Hier wird dann die gleiche Technik eingesetzt wie bei der Dauerwelle.